Heute Abend lag Sommerabend Duft in der Luft. Hat mich daran erinnert dass es bald warm wird und man draußen länger spazieren gehen kann, rumsitzen kann. Ich tue das öfter, alleine gehen oder irgendwo sitzen. Sitzen mag ich’s aber eher an der frischen Luft, nicht in einem Café drin, wenn schon Terrasse oder so. Es gibt einem kleinen Platz, ein kleiner laden davor sind 3 kleine Tische. Da saß ich sehr oft letzten Sommer, meist mit schlechter Laune, aber es hat mich beruhigt. Ich war alleine, um mich herum waren aber Menschen, der Platz ist nicht sehr abgelegen oder versteckt, aber eben so unauffällig. Klein, nichts besonderes, einfach. Dachte mir heute bald kann ich da sitzen, plötzlich geht der ex da vorbei, sieht dich einsam und alleine da rumsitzen mit einem Heft in der Hand, wie so ein versager der die Niederlage immer noch nicht verarbeiten konnte… was dann? Ich denke ich würde mich schämen und dafür hasse ich mich. Wieso würd ich mich denn schämen? Ich tue doch nichts schlechtes, ich schade niemandem, aber der Anblick wäre eben so komisch… wie kaputt ich bin, wie hin und her gerissen ich doch bin…

Ich muss zugeben, ich war vor ihm mental nicht sehr stark und gesund, aber nach ihm bin ich zum Wrack geworden. Er hat so ein Chaos in mir hinterlassen, ich kann andere Menschen nicht mehr einschätzen, ich kann mich selbst und meine Menschenkenntnis nicht mehr einschätzen, ich habe Ängste, ich empfinde Wut, Trauer, alles ist durcheinander… ich kann immer noch nicht unterscheiden ob ich wütend auf ihn oder auf mich bin, das macht mich wahnsinnig. Rein grob und oberflächlich betrachtet hat er nichts schlimmes gemacht, es hat einfach nicht mehr gepasst und er hat mich losgelassen, ich verstehe nicht was da mit mir passiert ist.

Es war wie Feuer, wie ein Brand. Es war wie ein Riesen fläschenbrand, Erdbeben, Gewitter, Tsunami, taifun, alles in mir wurde angegriffen, verbrannt, ertrunken, verschwunden, weggeweht, eingekracht, kaputt gegangen, mein Selbstbewusstsein, meine Wahrnehmung, mein Selbstwertgefühl, mein stolz, meine Liebe, mein Hass, mein Hochmut und meine Demut, meine Achtung, meine Weiblichkeit, erst habe ich alles gleichzeitig durcheinander gespürt, dann sind sie alle verschwunden… so wie aus meiner Hand gegleitet… danach bin ich durch dieses Chaos, dieses Katastrophengebiet geirrt um genau zu sein meine Würde, sie war schwer verletzt aber würde es überleben, es war Totenstille, überall die Trümmer meiner Gefühle und teile von meinem ich, dort irgendwo ist meine Würde ihm begegnet, er hat sie angeguckt…

Manchmal muss ich mein Inneres mit solch komischen Kranken Beispielen beschreiben. Er hat nichts schlimmes gemacht, aber ich fühle mich so sehr von ihm gedemütigt. Ich bin mir sicher da muss etwas sein sonst würde ich doch nicht permanent dieses Gefühl verspüren. Irgendwas muss er getan oder gesagt haben, was soo eine tiefe Wunde in mir aufgerissen hat… ich komme nicht dahinter.